Dresden Nazifrei vs. Pegida & den Rest der Welt

Aus persönlichen Gründen möchte ich zu folgendem Sachverhalt meine Meinung äußern. In letzter Zeit diskutiere ich immer wieder mit Menschen, die das Bündnis Dresden Nazifrei wegen des Umgangs mit Pegida kritisieren. Immer wieder erzähle ich daraufhin, was das Bündnis ist und welches Selbstverständnis das Bündnis hat. Exemplarisch sei dazu folgender Auszug einer Mail zitiert, meine Antwort folgt dahinter.

Ich weiß gerade nicht, ob ich Dresden Nazifrei noch gut finde, da ich mit dem aktuellen Handeln des Vereins nicht einverstanden bin. Straßenblockaden sind einzig Wasser auf die Mühlen der Anhänger von Pegida und bringen sonst rein gar nichts. Dresden Nazifrei spricht davon, Rassisten am Demonstrieren hindern zu wollen. Aber nur eine Minderheit der Teilnehmer sind wirklich Neonazis. Es sind Leute, die Populisten auf den Leim gehen und denen man irgendwie auch zuhören muss, um deren Ängste zu entkräften.

  1. DD Nazifrei hat Blockaden als Mittel des zivielen Ungehorsams durchgesetzt. Es ist das Mittel des Bündnisses gegen Rassismus, egal ob aus der radikalen oder bürgerlichen Rechten.
  2. Das Bündnis ist kein „Verein“. Es besteht aus vielen einzelnen Akteuren, die sich 2009 auf einen gemeinsamen Aktionskonsens und ein Selbstverständnis geeinigt haben. Viele der Akteure sind ebenfalls beim Bündnis Dresden für Alle aktiv oder beteiligen sich an Dialogversuchen mit Pegida.
  3. Die Spenden an das Bündnis gehen nicht in die Demovorbereitungen gegen Pegida. Sie werden gegen Repressionsmaßnahmen wie Strafverfahren (siehe Lothar König, Tim H., Johannes Lichdi etc.) eingesetzt, sie werden für Materialien um den 13. Februar, die Bestückung der Lautsprecherwagen eingesetzt, sie dient der Versorgung der Demonstrierenden und der Organisation von Seminaren und Workshops.
  4. Dresden Nazifrei ruft nicht dazu auf, Pegida zu blockieren. Das Bündnis bietet Demonstrierenden eine Möglichkeit, sich in einer großen Gruppe zu sammeln und selbst zu entscheiden, wie vorgegangen wird.
    Das zuletzt keine vorherige Anmeldung der Kundgebungen mehr erfolgte, liegt einfach in der Erfahrung, dass in den letzten Wochen ein Polizeikessel ständiger Begleiter der Kundgebungen war.
  5. Zu guter Letzt hat es das Bündnis nie als seine Aufgabe verstanden, als alleiniger Akteur gegen rassistische Resentiments in der Stadt vorzugehen. Das war, ist und bleibt Aufgabe der Politik, die bei Pegida wie auch beim 13. Februar erst sehr spät und nur symbolisch reagiert.
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